Mikroskopische Wurzelkanalbehandlung

Ein entzündeter Zahn muss heute nur selten gezogen werden. Mit dem Operationsmikroskop lässt sich das feine Kanalsystem im Zahninneren sichtbar machen und gezielt behandeln – oft ist der Zahn danach für viele Jahre erhalten.

Behandlungsmikroskop für die Wurzelkanalbehandlung Behandlung unter dem Mikroskop

03 — Zahnerhalt

Warum unter dem Mikroskop

Das Wurzelkanalsystem eines Zahnes ist verzweigt, gekrümmt und oft schmaler als ein Zehntelmillimeter. Mit bloßem Auge bleiben Seitenkanäle und zusätzliche Eingänge leicht unentdeckt – und genau dort können Bakterien zurückbleiben, die später wieder Beschwerden verursachen.

Unter dem Operationsmikroskop arbeiten wir bei bis zu 21-facher Vergrößerung und gutem Licht. Das erlaubt es, die Kanäle vollständig aufzufinden, gesunde Zahnsubstanz zu schonen und auch schwierige Ausgangslagen zu beurteilen: abgebrochene Instrumente, verkalkte Kanäle oder eine bereits vorbehandelte Wurzel.

Wie die Behandlung abläuft

Zu Beginn betäuben wir den Zahn und legen ihn mit einem Spanngummi trocken – so gelangt kein Speichel in das Kanalsystem und keine Spüllösung in den Mund. Dann öffnen wir den Zahn, stellen die Kanäle dar und bestimmen ihre Länge elektronisch.

Anschließend werden die Kanäle mit feinen, maschinell geführten Instrumenten aufbereitet und gründlich gespült. Diese Spülung ist der eigentliche Kern der Behandlung: Sie erreicht auch Bereiche, die kein Instrument berührt. Danach wird das Kanalsystem dicht verschlossen und der Zahn versorgt.

Je nach Befund genügt eine Sitzung, manchmal sind zwei nötig. Wir nehmen uns die Zeit, die der Zahn braucht – eine Wurzelbehandlung, die unter Zeitdruck entsteht, hält seltener. Alle Behandlungszimmer sind klimatisiert, was längere Sitzungen spürbar angenehmer macht.

Danach: die Versorgung entscheidet mit

Ein wurzelbehandelter Zahn ist spröder als ein unbehandelter, weil ihm Substanz und Feuchtigkeit fehlen. Ob eine Füllung genügt oder eine Krone sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viel gesunde Wand noch steht. Wir besprechen das mit Ihnen, bevor die Behandlung beginnt, damit Sie den gesamten Weg samt Kosten überblicken.

Gesetzliche Kassen übernehmen Wurzelbehandlungen unter bestimmten Voraussetzungen. Leistungen, die darüber hinausgehen – etwa die Behandlung unter dem Mikroskop – sind in der Regel privat zu tragen. Sie erhalten dafür vorab einen schriftlichen Plan.

Sollte sich ein Zahn trotz sorgfältiger Behandlung nicht erhalten lassen, sagen wir das offen und besprechen die Alternativen. Ein aussichtsloser Erhaltungsversuch nützt niemandem.

Häufige Fragen

Was Patientinnen und Patienten uns dazu fragen

Tut eine Wurzelbehandlung weh?

In der Regel ist eine Wurzelbehandlung heute nahezu schmerzfrei. Der Zahn wird vorher sorgfältig örtlich betäubt, sodass Sie während der Behandlung normalerweise keine Schmerzen verspüren.

Bei stark entzündeten Zähnen kann die Betäubung gelegentlich anspruchsvoller sein. In diesem Fall betäuben wir gezielt nach und passen die Behandlung an.

Nach der Behandlung kann der Zahn einige Tage druck- oder aufbissempfindlich sein. Diese Beschwerden klingen in der Regel von selbst ab.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Meist lässt sich die Behandlung in zwei Sitzungen abschließen. Ist der Nerv besonders stark entzündet oder die Entzündung bereits auf den Knochen übergegangen, können weitere Sitzungen notwendig werden.

Übernimmt die Kasse die Behandlung unter dem Mikroskop?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die zusätzlichen Kosten für den Einsatz eines Behandlungsmikroskops in der Regel nicht. Sie werden bei gesetzlich Versicherten üblicherweise privat berechnet.

Bei privat Versicherten und bei bestehender Zahnzusatzversicherung hängt die Erstattung vom Tarif ab. Wir empfehlen, die Kostenübernahme vorab bei Ihrer Versicherung zu erfragen.

Weitere Fragen und Antworten

Sprechen Sie mit uns

Ob diese Behandlung für Sie infrage kommt, klären wir in einem persönlichen Gespräch. Buchen Sie online einen Termin oder rufen Sie uns an.

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